Patienteninformation Brustvergrößerung mit Implantaten
Liebe Patientin,
die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen als Leitfaden für die Zeit nach Ihrer Brustvergrößerung mit Implantaten dienen. Sollten Sie trotzdem noch Fragen/Anliegen haben, können Sie sich jederzeit mit unseren Customer Care Consultants in Verbindung (+49 6151 274 92 51) setzen.
Wir wünschen Ihnen eine gute Genesung.
Ihr aegz. Team
Zeitplan für Ihre Genesung und berufliche Auszeit
Eine Brustvergrößerung mit Implantaten ist ein operativer Eingriff an Ihrem Körper, geben Sie ihm also Zeit und Ruhe, um sich entsprechend zu erholen. Organisieren Sie sich evtl. Unterstützung im Haushalt und/oder der Kinderbetreuung. Ein beruflicher Ausfall ist von Ihrer beruflichen Tätigkeit abhängig. Unabhängig, welchen Beruf Sie ausüben, sollten Sie sich mind. 1 Woche frei nehmen. Je körperlich anstrengender Ihre Tätigkeit ist, um so länger ist Ihre Ausfallzeit. Sollten Sie körperlich schwer arbeiten, kann eine Ausfallzeit von bis zu 4 Wochen erforderlich sein. Halten Sie bei Unsicherheit diesbezüglich bitte Rücksprache mit uns.
Schlafposition, Mobilisation & Warnsignale
Schlafen Sie bitte die ersten 6. Monate nicht auf dem Bauch. Legen Sie sich bitte nach der Operation nicht den ganzen Tag ins Bett oder auf die Couch. Stehen Sie immer wieder auf und laufen Sie ein paar Schritte. Grundsätzlich gilt: Versuchen Sie, eine gesunde Balance zwischen Bewegung und Ausruhen zu finden.
Sollten Sie eine einseitige, schmerzhafte Schwellung am Bein oder Luftnot in Ruhe entwickeln, lassen Sie bitte unverzüglich in einer heimatortnahen Notaufnahme eine Beinvenenthrombose oder Lungenarterienembolie ausschließen.
Kompression und körperliche Schonung
Der Kompressions-BH sowie Stuttgarter Gurt muss konsequent 24h/Tag für insgesamt mind. 6 Wochen konsequent getragen werden. Sport sowie das Heben Schwerer Lasten (> 5kg) ist für mindestens 6 Wochen untersagt.
Duschen, Kompression und Wundbeobachtung
Duschen ist immer erst nach ärztlicher Rücksprache und in Abhängigkeit von Ihrer Wundsituation erlaubt. Natürlich dürfen Sie den Kompressions-BH zum Duschen ausziehen, im Anschluss sollten Sie diesen bitte sofort wieder anziehen. Wenn Sie einen zweiten Kompressions-BH wünschen, setzen Sie sich bitte mit unseren Customer Care Consultants in Verbindung. Wenn Sie das Gefühl haben, der Kompressions-BH sitzt zu fest oder zu locker, setzen Sie sich bitte auch mit unseren Customer Care Consultants in Verbindung. Nach ärztlicher Rücksprache kann manchmal der Umstieg auf eine kleinere oder größere Konfektionsgröße notwendig sein.
Sollte Ihnen beim Pflasterwechsel im Wundbereich eine starke Rötung, Schwellung, Druckschmerzhaftigkeit oder trübes Sekret auffallen, kontaktieren Sie bitte unsere Customer Care Consultants.
Nachsorgetermine und weitere Beratung
Kontrolluntersuchungen finden in der Regel 1, 2 und 6 Wochen nach der OP statt. Natürlich ist es Ihnen möglich, sich auch zwischen diesen Terminen bei Fragen oder Unsicherheit vor Ort vorzustellen. Hierfür nehmen Sie dann bitte wieder Kontakt mit unseren Customer Care Consultants auf. Diese/r wird dann gemeinsam mit Ihnen einen passenden Termin finden.
Schmerzlinderung und Wundheilung
Eine gewisse Form von postoperativen Schmerzen, Schwellungen und Hämatomen sind nicht ungewöhnlich. Schonen Sie sich die ersten Tage körperlich. Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit (Wasser, Tee). Bitte nehmen Sie in der ersten Woche die Schmerzmittel konsequent ein. Zur Unterstützung der Abschwellung können Sie sich in der Apotheke pflanzliche Mittel wie Bromelain (Wobenzym) oder Traumeel in Tablettenform holen. Diese Mittel können den Abschwellvorgang beschleunigen. Arnika als Globuli zum Einnehmen oder als Salbe helfen auch bei der Behandlung der Hämatome.
Achtung: Bromelain sollte nicht bei Allergien gegenüber Ananas, Kiwi, Melone oder Papaya eingenommen werden.
Heilungsverlauf und finales Ergebnis
Die endgültige Brustform kann man frühestens 3-6 Monate nach der Operation beurteilen, da das Brustgewebe abschwellen muss und das Implantat seine definitive Position finden muss.
Narbenpflege und Sonnenschutz
ühren Sie bitte in den ersten 12 Monaten nach Fadenzug eine konsequente Narbenpflege und -massage mit z.B. Bepanthen-Salbe durch, dadurch bleibt die Narbe weich und blasst schneller ab. Achten Sie im ersten Jahr nach Ihrer OP auf einen adäquaten Sonnenschutz im Narbenbereich (Sonnencreme mit LSF 50+). Dadurch vermeiden Sie eine zu starke Narbenpigmentierung.
Implantatpass
Sie erhalten nach Ihrer OP einen Implantatpass. Hier sind alle wichtigen Informationen über Ihre Implantate hinterlegt. Heben Sie den Pass bitte gut auf.
Mammografie
Wenn bei Ihnen eine Mammografie der Brüste ansteht, informieren Sie bitte den zuständigen Radiologen darüber, dass Sie Brustimplantate haben.
Langzeit-Vorsorge: Verhalten bei Brustveränderungen
Sollten Sie frühestens ein Jahr nach der OP eine plötzliche einseitige Brustschwellung entwickeln, nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrer zuständigen Gynäkologin auf. Sollte es sich um einen Flüssigkeitsverhalt handeln, sollte die Flüssigkeit punktiert und auf ein BIA-ALCL oder BIA-SCC untersucht werden. Dies sind Erkrankungen, die bei Patientinnen mit Brustimplantaten auftreten können. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering (weltweit 1.618 Fälle, Stand 30.05.2025; Quelle: American Society of Plastic Surgery) Trotzdem sollten Sie sich bei o.g. Symptomen bei Ihrer/m Gynäkologe/in untersuchen lassen.
Korrekte Narbenpflege nach operativen Eingriffen
Die Bildung von Narben nach Verletzungen oder Operationen lässt sich nicht immer vermeiden; auch in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie können – besonders bei größerer Schnittführung – mehr oder weniger auffällige Narben auf der Haut zurückbleiben. Dabei verläuft die Narbenbildung von Patient:in zu Patient:in unterschiedlich. Doch auch hier ist es möglich, mithilfe der richtigen Narbenpflege deren späteres Erscheinungsbild zu begünstigen.
Bei der Narbenbildung nach einer Operation handelt es sich um eine natürliche Reaktion des Körpers zur Abwehr von Krankheitserregern. Die Narbenheilung stellt einen oftmals langwierigen Prozess dar, der je nach Ausmaß der Narben durch ein teils sehr auffälliges Erscheinungsbild für zahlreiche Patientinnen und Patienten zur emotionalen Belastung werden kann. Mit der korrekten Narbenpflege lässt sich der Heilprozess positiv beeinflussen.
Wie ist der Ablauf einer Narbenbildung nach OP?
Die Bildung einer Narbe nach einem chirurgischen Eingriff entsteht durch die OP-Wunde und somit durch die Verletzung, welche bis in die tieferen Hautschichten reicht. Die Narbenentstehung erfolgt nach der Entzündungs- und Reparaturphase und stellt einen Teilprozess der Wundheilung dar.
Die Entzündungsphase dient dem Ausspülen von Fremdkörpern mittels Blutung aus der Wunde. Anschließend kommt es zur Blutgerinnung und zum Verschluss der Wunde durch Schorfbildung. Während der Reparaturphase werden neue Hautzellen gebildet und die Wunde wird verschlossen. Folglich entsteht eine Narbe.
Mit täglicher Pflege zur optimalen Ausheilung
Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis der Prozess der Narbenheilung abgeschlossen ist. Dabei verläuft die Narbenbildung von Patient:in zu Patient:in unterschiedlich. Mithilfe der richtigen Narbenpflege ist es möglich, das spätere Erscheinungsbild der Haut zu begünstigen und somit zu einer optimalen Narbenheilung beizutragen.
Durch die tägliche Narbenpflege können Sie dafür sorgen, dass sich die Narbe kaum noch von der umliegenden Hautfarbe abhebt. Ebenso kann der Heilungsprozess deutlich beschleunigt werden. Grundsätzlich gilt jedoch nach erfolgter Operation zunächst: Gehen Sie es gelassen an und gönnen der noch frischen Wundnaht möglichst viel Ruhe.
Erst nach ausdrücklicher Anweisung des Chirurgen bzw. der Chirurgin sollte mit der ersten Pflege begonnen werden. Bei konsequenter Pflege kann auf diese Weise der Bildung von auffälligen und verhärteten Narben im Laufe der folgenden Wochen und Monate optimal vorgebeugt werden.
Welche Wirkstoffe eignen sich zur Narbenpflege?
Zu den gängigen Wirkstoffen, die sich für die Narbenpflege eignen, zählen:
- Allantoin zur Linderung von Reizungen und zur Entzündungshemmung,
- Campher zur Verbesserung der Durchblutung und zur Desinfektion,
- Dexpanthenol zur Anregung der Zellerneuerung,
- Heparin zur Entzündungshemmung und Durchblutungsförderung
- Harnstoff zur Feuchtigkeitsversorgung und
- Silikon zur Hemmung übermäßiger Kollagenbildung.
No-Go’s nach der OP – vermeiden Sie unschöne Narbenbildung
Ein häufiger Fehler, den Patient:innen begehen, ist, sich nach dem Eingriff zu früh wieder körperlich zu beanspruchen. Selbst wenn sich die Wunde bereits geschlossen hat, ist die frische Narbe noch anfällig – starke Bewegung, zum Beispiel Sport oder Druck auf den operierten Bereich, können zur Dehnung oder schlimmstenfalls zu einem Aufbrechen der Narbe führen. Daher ist in den ersten Wochen unbedingt auf übermäßige Bewegung und das Heben schwerer Lasten zu verzichten.
Aber auch Sonnenlicht hat einen negativen Einfluss auf das Narbengewebe. Um eine dunkle Verfärbung zu verhindern, sollte bis zu einem Jahr nach dem Eingriff starke UV-Strahlung gemieden werden. Empfehlenswert ist zudem die Verwendung von Sonnenschutz mit LSF 50 oder mehr.
Des Weiteren ist es sinnvoll, die Kollagenbildung zu unterstützen. Dies gelingt mit einer ausreichenden Vitamin-E-Versorgung, genügend Flüssigkeit und viel Eiweiß auf dem Speiseplan. Auf Alkohol und Nikotin verzichten Sie bestenfalls, denn durch den Konsum wird der Haut Feuchtigkeit entzogen. Die Regeneration verläuft langsamer und es wird wahrscheinlicher, dass es zu ausgeprägten Narben kommt.
Das Risiko für Komplikationen und unschöne Narbenbildung besteht auch bei sorgfältiger Pflege, ist jedoch deutlich vermindert. Selbstverständlich beraten wir Sie ausführlich zur korrekten Narbenpflege und bereiten Sie gern sorgfältig auf die Nachbehandlung vor.
OP-Narben richtig behandeln – Tipps zur Narbenpflege
Bei der Pflege von OP-Narben ist das richtige Vorgehen besonders wichtig, um die Narbenheilung nach der OP positiv zu beeinflussen. Es gilt somit, entsprechende Produkte und Behandlungen richtig anzuwenden.
Grundsätzlich gilt: Wundheilsalben sollten zuerst aufgetragen werden. Diese halten die Haut geschmeidig. Mit der Behandlung mit speziellen Narbenpflegemitteln sollten Sie erst nach einer Woche beginnen. Diese sind zweimal am Tag aufzutragen. Insgesamt empfiehlt sich eine Behandlungsdauer von 3 bis 6 Monaten.
Kompressionsverbände
Das Anlegen von Kompressionsverbänden kann sich insbesondere während der ersten Zeit nach der OP günstig auf den Heilungsverlauf auswirken. Durch den therapeutischen Druck, der auf den Narbenbereich ausgeübt wird, lässt sich ein übermäßiger Bindegewebsumbau verhindern. Das Narbengewebe wird blasser und weicher und die Dicke der Narbe verringert sich.
Salben und Cremes gegen Narben
Als besonders hilfreich erweist sich die tägliche Behandlung der Narbe mit fetthaltigen Cremes oder auch parfümfreie Körperlotionen. In der Apotheke erhalten Sie darüber hinaus auch spezielle Narbensalben.
Silikongele
Ebenso empfehlenswert sind silikonhaltige Gele. Sie verhindern das Austrocknen der Narbe und somit auch Spannungsgefühle, Rötungen bis hin zu Wucherungen. Durch den Silikonanteil in solchen Gels wird die Haut mit einem Schutzgel versehen. Entzündungen hingegen kann vorgebeugt werden.
Narbendruckmassage
Auch die sogenannte Narbendruckmassage hat nachweislich einen positiven Effekt auf die Narbenbildung. Hier gilt es jedoch, bei noch frischer Narbe keinen zu hohen Druck auszuüben und die Narbenmassage ebenfalls erst nach ausdrücklicher ärztlicher Anweisung zu beginnen.
Ist bei Ihnen eine Narbe bereits stark ausgeprägt, die Sie als störend empfinden? Wir können Sie gerne zu effektiven Narbenbehandlungen beraten. Kommen Sie auf uns zu.