Patientinformation Haartransplantation
Lieber Patient, liebe Patientin,
auch nach deiner Operation bleiben wir an deiner Seite und unterstützen dich in deiner Heilungsphase. Dafür stellen wir dir Hilfsmittel zur Seite, die dich bei deiner Genesung unterstützen. Bitte verwende ausschließlich die von uns für dich ausgewählten Produkte, um einen schonenden und schnellen Heilungsprozess zu gewährleisten. Das Nachsorge-Set besteht aus den folgenden Produkten:
Kochsalzlösung mit Sprühflasche
Soft Foam Shampoo
Rebuilding Spray Treatment
Anti Itching Oil
Nackenkissen zum Schlafen
Im folgenden wird der Bereich am Hinterkopf als Spenderbereich und der Bereich mit den Transplantaten als Transplantationsbereich bezeichnet.
1. Die richtige Pflege zur Nachsorge nach der OP
1.1 Kochsalzlösung
Damit die neuen Haarfollikel feucht bleiben und sich weniger Krusten bilden, sollte ab dem OP-Tag alle 30 min Kochsalzlösung auf den Transplantationsbereich gesprüht werden.
Anwendungsbereich: Transplantationsbereich und bei Bedarf im Spenderbereich
Anwendungsdauer: Ab Tag 1 [OP-Tag] für 3-5 Tage alle 30 Minuten auftragen
Anwendung:
- Die Kochsalzlösung in die Sprühflasche füllen.
- Alle 30 min auf den Transplantationsbereich aufsprühen (nur tagsüber).
- Bei starkem Juckreiz im Spenderbereich kann die Kochsalzlösung auch auf den Spenderbereich aufgesprüht werden.
1.2 Soft Foam Shampoo
Nach der Operation muss die Kopfhaut vorsichtig mit einem parfümfreien Schaum-Shampoo gereinigt werden.
Anwendungsbereich: Spender- und Transplantationsbereich
Anwendungsdauer: Tag 4 - Tag 14 (an Tag 4: 1x täglich; Tag 5-14: 2x täglich)
Anwendung:
- Vor jedem Gebrauch die Hände waschen und mit einem sauberen Tuch abtrocknen.
- Anschließend das Soft Foam Shampoo gut schütteln und den Schaum entnehmen.
- Vorsichtig auf die Kopfhaut des Transplantations- und Spenderbereichs auftupfen [nicht reiben] und 5 Minuten einwirken lassen.
- Abschließend vorsichtig mit einem Becher mit lauwarmen Wasser abspülen. Da die Kopfhaut und die neu transplantierten Haare nach der OP sehr empfindlich sind, sollte die Kopfhaut nicht unter fließendem Wasser gereinigt werden.
Inhaltsstoffe: Aqua, Sodium Lactate, Decyl Glucoside, Sodium Cocoyl Alaninate, Caprylyl Glycol, Glyceryl Caprylate, Ethylhexylglycerin, Arginine, Alcohol, Panthenol, Arnica Montana Flower Extract, Phenoxyethanol, Glycerin, Sodium Oleate, Glycine Soja Oil, Hydrogenated Lecithin, Copper Tripeptide-1, Sh-Polypeptide-9, Sh-Oligopeptide-1
1.3 Rebuilding Spray Treatment
Das Spray unterstützt die Wundheilung, stimuliert die Haarwurzeln und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.
Anwendungsbereich: Transplantations- und Spenderbereich
Anwendungsdauer: Tag 1 [OP-Tag] - Tag 14
Anwendung: 3x täglich auf den Transplantations- und Spenderbereich aufsprühen und an der Luft trocknen lassen.
Inhaltsstoffe: Aqua, Acrylates/Beheneth-25 Methacrylate Copolymer, Propanediol, Glycerin, Hyaluronic Acid, Silanetriol, Glycine Soja Oil, Sodium Oleate, Hydrogenated Lecithin, Copper Tripeptide-1, Sh-Polypeptide-1, Sodium Hydroxide, Sh-Polypeptide-3, Imidazolidinyl Urea, Sh-Polypeptide-9, Sh-Oligopeptide-1, Sh-Polypeptide-11, Phenoxyethanol, Sh-Oligo- peptide-2
1.4 Anti Itching Oil
Das Öl unterstützt die Wundheilung und beruhigt den Spenderbereich, indem es Juckreiz, Brennen, Rötungen sowie Spannungsgefühle reduziert.
Anwendungsbereich: Nur Spenderbereich
Anwendungsdauer: Tag 6 - Tag 14
Anwendung:
- Zuerst die Hände gründlich waschen und mit einem sauberen Handtuch abtrocknen. A
- nschließend das Anti Itching Oil 1x täglich ab Tag 6 auf den Spenderbereich am Hinterkopf auftupfen und einziehen lassen.
Inhaltsstoffe: Tocopheryl Acetate, Prunus Amygdalus Dulcis Oil, Ribes Nigrum Seed Oil, Helianthus Annuus Seed Oil, Caprylic/Capric Triglyceride, Ascorbyl Tetraisopalmitate, Tocopherol, Calendula Officinalis Flower Extract, Argania Spinosa Kernel Oil, Beta-Sitosterol, Glycyrrhetinic Acid, Bisabolol, Physalis Angulata Extract, Squalene, Retinol, Bht
Übersicht Anwendung der Produkte in einem Blick
- Kochsalzlösung: Anwedung von Tag 1* bis 3-5 im Transplantations-/Spenderbereich
- Soft Foam Shampoo: Anwedung von Tag 4* bis 14 im Transplantations-/Spenderbereich
- Rebuilding Spray Treatment: Anwengung von Tag 1* bis 14 im Transplantationsbereich
- Anti Itching Oil: Anwendung von Tag 6* bis14 im Spenderbereich
Tag 1 = OP-Tag
2. Die wichtigsten Informationen für nach der OP
2.1 Duschen nach der OP
Nach der Operation darf geduscht werden, aber der Kopf sollte nicht unmittelbar mit dem Wasserstrahl in Berührung kommen. Des Weiteren sollten zu lange oder heiße Duschen vermieden werden.
2.2 Alkoholkonsum
Es wird ausdrücklich davon abgeraten, innerhalb der ersten 10 Tage nach der Behandlung zu rauchen und/oder Alkohol zu konsumieren.
2.3 Schlafen mit Nackenkissen ab OP-Tag
In den ersten 10 Nächten nach der Behandlung sollte auf dem Rücken mit Nackenkissen geschlafen werden. Dadurch wird der empfindliche Spenderbereich am Hinterkopf geschützt.
2.4 Bewegungen und Sport
Bewegungen: Wir raten dazu, insbesondere in den ersten Tagen sehr vorsichtig bei bestimmten Bewegungen zu sein. Achte bspw. darauf, dir nicht beim Ein- und Aussteigen in ein Auto den Kopf zu stoßen. Dies könnte zu Blutungen führen. Des Weiteren raten wir dazu vorsichtig beim An- und Ausziehen von Kleidung zu sein und vorzugsweise Kleidung mit Knöpfen oder Reißverschluss zu tragen, insbesondere in den ersten Tagen nach der Behandlung. Um die Wunden vor Schäden zu schützen, muss zu der Operation ein offenes Hemd bzw. ein Hoodie mit Reißverschluss mitgebracht werden.
Sport: Je nach Art und Intensität des Sports raten wir dazu, für 3 bis 4 Wochen auf Sport zu verzichten.
2.5 Arbeiten nach der OP
Grundsätzlich sollte 1 Woche Urlaub genommen werden, um die Genesung nicht zu gefährden. Je nach Beruf und körperlicher Tätigkeit ist Home Office bereits nach 2 Tagen wieder möglich. Bei Tätigkeiten, die starke körperliche Arbeit beinhalten oder mit bspw. einer hohen Staublast einhergehen, empfehlen wir mind. 2 Wochen Urlaub zu nehmen.
2.6 Entfernen der Krusten ab Tag 10
In den ersten Tagen nach der Transplantation bilden sich Krusten, die sich nach etwa 7-14 Tagen ablösen. Dabei kann es passieren, dass sich mit den Krusten auch die Haare lösen. Dies ist ein natürlicher Prozess, da die transplantierten Haarwurzeln nach der Operation durch die verminderte Sauerstoffzufuhr geschwächt sind. Die Wurzeln produzieren aber wieder kräftige Haare, die nach ca. 4-12 Monaten sichtbar werden.
Viele Patienten/-innen sind sich unsicher, ob man die Kopfhaut nach der Operation gründlich waschen darf. In den ersten Tagen nach der Operation ist Vorsicht geboten, damit die Transplantate nicht ausgespült werden. Ab Tag 10 ist es aber wichtig, die Kopfhaut gründlich zu waschen, damit sich die Krusten lösen. Durch das Ablösen der Krusten kommt genug Sauerstoff an die Transplantate und Infektionen können effektiv vorgebeugt werden. Falls sich die Krusten nicht von selbst ablösen, müssen diese durch eine effektive Reinigung entfernt werden. An Tag 10 sollte die erste Haarwäsche morgens wie gewohnt durchgeführt werden. Die 2. Haarwäsche an Tag 10 wird dann wie folgt durchgeführt:
- Die Kopfhaut mit warmem Wasser anfeuchten.
- Soft Foam Shampoo auftragen und 30 Minuten einwirken lassen, damit die Krusten weich werden.
- Anschließend die Krusten mit kreisenden Handbewegungen und normalem Druck behandeln; Nicht kratzen oder wischen!
- Ausspülen, erneut mit dem Schaum waschen und an der Luft trocknen lassen.
Sollten nach diesem Prozess noch Krusten vorhanden sein, kann die Behandlung wiederholt werden. Verwende dann anstelle des Shampoos das Anti Itching Oil (ebenfalls 30 Minuten einwirken lassen), um die Krusten aufzuweichen. Der Druck, der bei den kreisenden Bewegungen ausgeübt wird, kann von Tag zu Tag gesteigert werden, um die Krusten noch effektiver zu lösen. Nach der Anwendung muss die Kopfhaut wieder mit dem Soft Foam Shampoo gereinigt werden. An Tag 14 [spätestens Tag 16] sollten alle Krusten im Transplantationsbereich entfernt sein.
3. Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen
3.1 Blutverlust
In der ersten Nacht nach der Behandlung kann es zu einem leichten Blutverlust sowohl im Transplantationsbereich als auch im Spenderbereich kommen.
3.2 Taubheitsgefühl
Nach der Operation kann es 3-6 Monate zu Missempfindungen oder Taubheitsgefühlen kommen. An vereinzelten Stellen kann dies auch bis zu 12 Monate anhalten.
3.3 Talgdrüsenreizung
Ab dem 3. Monat nach der Behandlung ist zu spüren, dass neue, junge Haare zu sprießen beginnen. Manchmal bilden sich kleine Pickelchen (= Talgdrüsenreizung) unter der Haut, die störend sein können. Dies ist jedoch ein Teil des Wachstumsprozesses, bei dem die neuen Haare versuchen, einen Weg nach draußen zu finden. Wenn die Reizung der Talgdrüsen wirklich störend ist, kann 2-3 Mal am Tag für einige Minuten eine warme, feuchte Kompresse aufgelegt werden. Wenn das nicht ausreicht, bitte an die Klinik wenden, so dass vor Ort behandelt werden kann. Die Pickel sollten auf keinen Fall zuhause ausgedrückt werden.
3.4 Schwellungen
Nach der Behandlung kann es aufgrund des Lokalanästhetikums zu Schwellungen auf der Stirn kommen. I.d.R. ist diese Schwellung zwischen Tag 2 und Tag 4 im Gesicht und um die Augen herum am stärksten. Danach wird die Schwellung allmählich abklingen und zurückgehen, da die Feuchtigkeit über die Lymphdrüsen aus dem Körper abtransportiert wird.
Hier 2 Tipps zur Eindämmung von Schwellungen:
- Versuche, deinen Kopf gerade zu halten und ihn nicht nach vorne zu beugen.
- Trinke viel Wasser.
3.5 Juckreiz
In den ersten Tagen nach der Transplantation kann im Transplantations- & Spenderbereich Juckreiz auftreten. Juckreiz ist Teil des Heilungsprozesses und kein Grund zur Sorge. Versuche Kratzen zu vermeiden, besonders im Transplantationsbereich. Bei starkem Juckreiz im Spenderbereich kann ab Tag 1 die Kochsalzlösung und ab Tag 6 das Anti Itching Oil angewendet werden, bei Juckreiz im Transplantationsbereich ab Tag 1 das Rebuilding Spray Treatment.
3.6 Postoperativer Schockverlust
Nach der Behandlung kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass auch eigene Haare in der Nähe des Transplantationsbereichs ausfallen. Diese Haare sollten i.d.R. zusammen mit den transplantierten Haaren nachwachsen. Diese Nebenwirkung tritt i.d.R. nur bei 10-20% aller Patienten/-innen auf.
3.7 Hyperästhesie der Kopfhaut
In einigen Fällen kann eine Hyperästhesie der Kopfhaut auftreten. Dabei handelt es sich um eine erhöhte Empfindlichkeit der Kopfhaut. Eine Reizung des Nervengewebes ist eine eher seltene Nebenwirkung, die durch die Extraktion der Follikeleinheiten verursacht wird.
3.8 Entzündungen
Wenn es zu einer Entzündung kommt, sind i.d.R. deutliche Symptome zu beobachten, wie Rötungen und ein schmerzhaftes, heißes Gefühl.
Im Falle einer Hyperästhesie oder Entzündung wende dich bitte an die Klinik und lass dich vom Arzt weiter untersuchen.
4. FAQs
4.1 Wie lange dauert die Genesung (zeitlicher Verlauf)?
Da wir dazu raten, in den ersten Tagen mit dem Kopf nach oben zu schlafen, fühlen sich einige Patienten/-innen ein wenig müde. Das wird aber i.d.R von Tag zu Tag besser. In den meisten Fällen dauert es um die 10 Tage, bis nicht mehr sichtbar ist, dass eine FUE- Behandlung [Follicular Unit Extraction] durchgeführt wurde.
Weiterer Verlauf:
- Nach ca. 3-4 Monaten fangen die Transplantate an zu wachsen.
- Nach ca. 6 Monaten ist bereits ein gutes Zwischenergebnis zu erkennen.
- Nach ca. 12 Monaten sollte das Endresultat zu sehen sein.
Nach dem Eingriff findet zunächst nach ca. 6 Monaten ein Zwischengespräch statt, um den aktuellen Stand des Ergebnisses zu besprechen. Das Endresultat kann anschließend nach ca. 10-12 Monaten bei einem persönlichen Gespräch mit dem Arzt beurteilt werden. Beide Termine können in der Klinik vor Ort, per Video oder am Telefon mit Begutachtung von Bildern stattfinden.
4.2 Ich habe „rissige Linien“ im Transplantationsbereich. Muss ich mir darüber Sorgen machen?
Wenn die Kopfhaut nach der Operation sehr trocken oder dehydriert ist, können im Empfängerbereich „rissige Falten“ auftreten. Dieses Phänomen tritt auf, wenn die Kopfhaut in ihren normalen Zustand zurückkehrt. Verwende die Nachsorge-Produkte so wie oben in der Anleitung beschrieben, um Symptome zu reduzieren.